Vanden Plas – Wenn Künstler Kräfte bündeln, Mentoren ihres Amtes walten und Silbermond Mozarts Nachfolger sein sollen

„Ich denke, meine Bandkollegen erkennen den Nutzen von dem Ganzen schon und es auch ein Grundrespekt für das, was ich tue, da. Ich sag ja auch nicht ständig, was für ein toller Gitarrist Stefan (Glass) ist und vielleicht ist es auch besser, wenn ich eben nicht so genau weiß, wie er zum Beispiel an seine Sachen, an sein Spiel usw bis ins kleinste Detail rangeht.“ Anderweitig gibt´s für Andy allerdings bereits ein paart Infos – durch die Blume, wie er sagt. „Es sind ja noch nicht alle Mags mit den Rezensionen zur Platte draußen, aber ich bin super positiv überrascht, wie die Scheibe bisher abschneidet. An sich war ‚Blutnacht‘ ja nur für die Bühne geschrieben, doch Frontiers, unser Label, fand die Sache nach einigen Hörprobeninteressant. Dadurch, daß wir in die Geschichte von Wolfgang Hohlbein ja unsere kreative Ader einfließen lassen hatten, kamen natürlich auch andere Charaktere mit ins Spiel – und so reifte der Plan zu einem Zweier-Konzept-Album.

Unsere Musik hatte sich natürlich durch das Grundkonzept der Story etwas verändert und ich finde, der zweite Akte ist eine gelungene Mischung aus Kunstform und Härte geworden. Die Härte, die Vanden Plas ausmacht einerseits und eben auch etwas Neues. Dennoch hatten wir Bedenken, ob wir die Fans nicht damit überrennen und überfordern würden. Ich dachte eigentlich auch, daß die Bewertungen bei den Mags runtergehen würden. Beim zweiten Part nun sind sie teilweise sogar besser als beim ersten.“ Und zieht hier den Aufbau des Theaters zu Rate:

„ Hier ist es auch so, daß den Zuschauern oft der zweite Teil besser gefällt als der erste. Im ersten werden noch die Strippen gezogen, damit der zweite Teil überhaupt aufgehen kann. Hier kann also noch alles etwas fremdartig wirken und wirr erscheinen. Im Nachhinein erkennt man oft erst im zweiten Akt, was im ersten bereits alles geleistet wurde.“ Und so ganz am Rande gibt der Künstler auch mal daß er „schon natürlich stolz“ ist.

Und trotz aller Umtriebigkeit keinen großen Bogen um noch mehr Musik macht. „Ich bin ein absoluter Musikhörer und ich find´s absolut schade, daß zum Beispiele nur noch wenige Märkte (gemeint sind damit Läden wie Saturn, Media Markt und Co. – also die großen Elektro-Mischmasch-Dinger) gute Leute in ihren Reihen haben, die auch mal was Neues empfehlen oder schlicht Ahnung haben. Ich will mich auch von anderer Musik inspirieren lassen. Es ist nicht so, daß ich keine eigenen Ideen habe, meine eigene Schöpfungskraft kann ich sehr kanalisieren. Wobei mir einfach der Platz für das eine oder andere Side-Projekt fehlt. Ich hab zwar vor kurzem wieder in dieser Richtung etwas angenommen, aber alles in allem ist mir das zu wenig.“

Und wie es bereits bei einem Interview vor etlichen Jahren war, kommen wir, wie man liest, wieder vom Hundertsten ins Tausendste – wie Andy schmunzelnd anmerkt (‚merkste was, ich verzettel mich schon wieder‘). „Heutzutage hat man ja diese ganzen örtlichen Barrieren nicht mehr, man kann via Internet ganze Platten zusammen schreiben. Mir fehlen echt so vier, fünf Monate, in denen ich einfach mal wegreisen würde und mit einer anderen Band was Spannendes machen möchte. Logisch ohne Vanden Plas den Rücken zu kehren, das ist gar keine Frage.“ Woher der Tatendrang nur rührt?

„Ich glaube, das wird einem irgendwie wohl in die Wiege gelegt. Meine Eltern, R.I.P., haben sowas zwar nicht selbst ausgelebt, aber meine Mutter war eine recht Quirlige, von meinem Vater habe ich eher das Bodenständige – irgendwas liegt da wohl doch in den Gegen. Man trifft aber auch Menschen, die einem Hürden aus dem Weg treten und dann geht´s erst richtig los. Losgehen wird´s 2016 auch in Sachen Live-Präsenz von Vanden Plas.

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