Vanden Plas – Wenn Künstler Kräfte bündeln, Mentoren ihres Amtes walten und Silbermond Mozarts Nachfolger sein sollen

Dabei gibt sich der Sänger recht bescheiden und wer weiß, ob´s ohne Dritte auch so gelaufen wäre… „Ich hatte zwar schon den Zugang zu dieser Kreativität, das Interesse, hätte mich aber wohl allein nie getraut, das auszubuddeln. Ich hatte meine Mentoren und diese Menschen werde ich auch nie vergessen – ohne diese…. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, daß auch die künstlerischsten Menschen oft die bescheidensten sind.“ Und der Musikus scheint ein Vertreter dieser Zunft zu sein. Mit seinen Tätigkeiten im Theaterbereich hat sich natürlich nicht nur der Blick auf dieses Fach allgemein verändert, auch das historische Interesse von Andy wurde geweckt. Die Story und durch Andy neu umgesetzte Geschichte „Everyman“ zum Beispiel…

„Bei dieser Vorlage handelt es sich eigentlich um ein mittelalterliches Mystery-Play und durch die Beschäftigung damit habe ich auch ein ganz anderes Interesse an Geschichte allgemein entwickelt. Also, überhaupt Interesse. Als ich noch jünger war oder in der Schule hat mich das nicht gejuckt. Lauter Zahlen, lach. Aber wenn ich diese Geschichten zum Leben erwecken darf, ist das ganz etwas anderes – eben nicht nur einfach ein Lernfach. Ich sehe es als ein Geschenk an, daß ich das machen darf, muß allerdings gestehen, als die erste Anfrage zu ‚Everyman‘ vor ca vier Jahren kam, habe ich abgewunken. Es war nichts Neues mehr in meinen Augen, weil es bereits einmal umgesetzt worden war. Da ist das Interesse, etwas Neues zu machen m einfach größer.“

Manchmal führt Sturheit aber zum Erfolg und siehe da… „Ja, die ließen einfach nicht locker und so habe ich mir das Material mal genauer angeschaut. Dabei entdeckte ich, daß an sich nur die übersetzte Variante des ursprünglichen Plays verarbeitet worden war, aber noch eine Ur-Fassung existiert. Und da war ich dann schon wieder neugierig.“ Wie Andy zugibt, würde er sich aber durchaus auch wünschen, daß es mal langsam wieder etwas ruhiger zugeht. „Zeit zum Zurücklehnen – die fehlt mir einfach. Ich kann viel aufnehmen, viel gleich umsetzen, aber ich brauch auch mal wieder die Zeit, daß vp grossalles auch auf mich selbst wirken zu lassen. Im Moment ist da kaum eine Chance, mich auch mal in diese ganzen Eindrücke fallen zu lassen. Für andere bzw anderes kann ich alles verarbeiten, aber für mich selbst…“

Kreative Köpfe werden das Gefühl eventuell kennen: Man fängt etwas auf, weiß sofort etwas, damit anzufangen, woraus andere etwas ziehen können, aber man selbst hat kaum die Möglichkeit dazu. „Ich komm mir auch immer irgendwie dumm vor, weil ich durch meine Neugier natürlich auch ständig Nachlese-Bedarf hab – also hinke ich ständig meinen eigenen Ansprüchen hinterher. Da ist es schwer, sich selbst zu reflektieren. Manchmal kommt es auch vor, daß ich manche Dinge einfach anscheinend nicht in die richtigen Worte kleiden kann, daß andere mich so verstehen, wie ich etwas meine. Da müßte ich meine eigenen Metaphern nochmal umformulieren.“

Klingt wirr, aber man kann sich durchaus vorstellen, welch Chaos in einem kreativen oder genialem Kopf manchmal stecken kann und man sich erklären möchte, aber niemand diesen Gedankengängen folgen kann, weil man sie selbst schon zehnmal durch den inneren Fleischwolf gedreht und versucht hat zu perfektionieren. Dann hätte man´s evtl schon perfekt kurz und bündig auf den Punkt gebracht, aber es ist eben wie mit einem Witz: Wer die Zutaten nicht kennt, kann die Pointe gar nicht verstehen. Gerade ein solches Schnell-Weiter-Denken und Verknüpfen ist es aber doch aber, was der Kunst zu Gute kommt.

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