The Gambler

„Ich soll sie bestehen lassen, damit sie weiter mit ihrem Basketball rumhüpfen können? Dann legen sie ihr Handy weg und tun sie eine Stunde, als würden sie was lernen.“ Irgendwie ist bei Mark Wahlberg schon der Wurm drin, oder? Dieser Film ist ein weitere, in dem er eine klasse schauspielerische Leistung abliefert. Für den Oscar nominiert, na das ist nichts Neues, aber bekommen sollte er dann auch mal einen. Sein Charakter in „The Gambler“ ist aber schon sehr interessant. Als Literaturprofessor zieht er eben seinen Beruf durch, doch seine Liebe gilt dem Glücksspiel. Jim Bennet liebt das Risiko und spielt nicht selten mit dem Feuer: Fast wahnwitzig zu nennende Ideen kommen ihm in den Sinn, um seine Gläubiger wieder von der Pelle zu bekommen und richtig haarig wird es, als es auch an seine Familie ggambler covereht.

Er hat sich schlicht und ergreifend Geld, um seiner Sucht nachzukommen, von der falschen Person geliehen. Die Achterbahnfahrt, diesem Dilemma wieder zu entkommen, ist gepflastert von vielen nachdenklichen Momenten. Sehr toll und über jeden Zweifel erhaben einmal mehr wieder Schauspiel-Ikone Jessica Lange und auch John Goodman (auch wenn man ihm das Alter langsam ansieht). So läßt sich Jim Bennet (Wahlberg) im Rahmen einer seiner Vorlesungen dazu hinreißen, seinen Eleven mal deutlich die Meinung zu sagen, ihnen aufzuzeigen, daß es sich nicht lohnt, aus den falschen Gründen etwas erreichen zu wollen. Berühmtheit, Geld, Ruhm, … nichts, was einen wahrlich groß werden läßt.

Dabei zeigt er ihnen auch mehr als deutlich seine Favorisierung der Studentin Amy auf. Sie sei die einzige, die es wahrlich zu einer großen Literatin schaffen könne. Wie´s Hollywood so haben will, werden die beiden natürlich ein Paar. Der Weg zur Erkenntnis scheint für Jim eigentlich so einfach, gerade angesichts seiner straighten und ernüchternden, logisch dargebrachten Argumentationen und Weltanschauungen. Und eben das macht den Film doppelt sympathisch: Es zeigt das nur zu menschliche Dilemma auf: Man würde e ja eigentlich wissen. Aber mit der wirklichen Umsetzung hapert es, gegen sich selbst einmal anzugehen, neue Schritte zu gehen und an sich zu arbeiten.

Einfach gestaltet sich diese Wende für Jim nicht und ist von allerhand gehetzten und emotionalen Momenten begleitet. Aber eben auch mit einer Art von Humor, die einfach klasse ist. Lebensmüde, todesmutig, naiv – man mag es nennen, wie man mag, aber eben jenes Verhalten legt die Rolle von Mark Wahlberg schnurstracks und stur wie ein Esel an den Tag. Unverbesserlich, koste es, was es wolle. Denn schließlich ist es auch im Film manchmal so wie im Leben: Das größte Wissen in der Theorie und die besten Ratschläge helfen nicht, auf manches muß man erstens selbst und auch zur Überzeugung kommen. Eine sehr grandios-humoristische Szene, als Jon Goodman Wahlberg nötigt, sich zum Affen zu machen, wenn er sich Geld leihen muß. So darf er Goodman brav nachplappern, daß er kein Mann sei, weil er ja seine Leute anbetteln müsse etc… und Jim macht dies natürlich auch noch.

gambler 1Es sind genau solche Situationen, die aus „The Gambler“ nicht nur einen kurzweiligen, gut gestrickten und ebenso fein umgesetzten Film mit überzeugenden Akteuren machen. Ebenso auch ein Aha-Moment: Als Amy eine Signatur von Jim verlangt und ihm knalle auf den Kopf zusagt, er sei ein Dramatiker und ihm die Frage stellt, ob er dies geschrieben habe, weil er an die breite Masse dachte oder aus Überzeugung. Solche Eckpunkte sollte man sich durchaus ins Gedächtnis rufen, denn diese Momente sind es, die echte Veränderungen in der Story hervorrufen. „The Gambler“ unterhält nicht nur klasse, er hat auch einen feinen Tiefgang, sofern man sich auf diesen einlassen will. Auch wenn die Dramaturgie spielerisch gehalten ist, schießt sie nicht am Ziel vorbei. Sollte man gesehen haben.

Und nicht selten ein Appell ein den Idealismus, den Wahlberg wunderbar vor seinen Studenten ausführt und das mit einer Inbrunst und wunderbar formuliert. „Ich gebe vor, zu lehren und sie geben vor, zu lernen. Lamar! Ihr scheiß Handy!“ Top Sache. (Paramount Pictures)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.