Schopenhauer erklärt: Der beherrschende Gedanken an Liebesbeziehungen in Kunst und Literatur

Auch für das Verarbeiten der angesprochenen Sexualität hat Schopenhauer eine Begründung parat: Diene sie doch der Vermeidung von Überbevölkerung. Jede Lie-besgeschichte ist insofern nichts anderes als die Behandlung des Thema des Über-lebens, des Überlebenskampfs einer Gattung und dem tiefen Instinkt, diesem Willen zu folgen.

Jede Liebesgeschichte dreht sich im Grunde um nichts anderes als die Verarbeitung dessen, was der Gattung am dienlichsten ist, beschreibt, was zusammenpasst und was nicht, welche Wege eine (vermeintliche als solche wahrgenommene) Liebe geht, um den Geschlechtstreib zu befriedigen und der Natur zu folgen. Unter diesen Gesichtspunkten umso verständlicher, das diese Thematik immer eine großer Be-standteil in der Literatur und Kunst bleiben wird. Ist es doch DAS Thema schlechthin. Um Schopenhauer zu zitieren: „Ein Held schämt sich aller Klagen, nur nicht der Liebesklagen: weil in diesen nicht er, sondern die Gattung winselt“.

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Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich nach Schopenhauers Meinung jede Ode an die Liebe, jede Liebesgeschichte, ob tragisch oder nicht, sich lediglich daraus erschließe, dass der Drang zu leben allgegenwärtig sei. Eben die Liebe wird in derart viele unterschiedliche Geschichten verpackt, von unendlichen vielen Seiten beleuchtet, als würde der Mensch ihrer niemals überdrüssig. Das, was der Mensch als Liebe bezeichnet, definiert Schopenhauer allerdings als einen, als den absoluten Überlebensdrang einer Gattung. Aus diesem Grund würde dieses Thema auch immer wieder die Köpfe der Menschen, der Künstler, der Literaten beschäftigen.

Denn wenn nicht der Wunsch zu leben und zu überleben, worauf laut Schopenhauer jede Liebesmüh im Sinne der Gattung ja abzielt, zählt, was dann? Was stünde höher als das Leben und muss daher zwangsläufig ein Hauptthema der Kunst sein? Sprechen doch aus ihr Seele und Instinkt, ohne dass das intellektuelle Ego in diesen Wahn der Leidenschaft eingreifen könnte.

So, das entzaubert natürlich sowohl den romantischen Gedanken an die große Liebe wie auch die Kunst. Und es schmeckt auch irgendwie nicht, wenn wir ach so tollen und weit entwickelten Menschen doch mal zugeben müssen, daß oft doch „nur das Tier“ aus unseren verblendeten Gedanken und Gefühlen spricht und durch sie mit uns.

Doch, erstens: Genießen wir die Kunst trotzdem, es ist einfach zu schön.
Und zweitens: Es gibt ja auch Kunst, in der es um andere Themen des Selbsterhal-tungstriebes geht (Widerstand, Aufklärung usw). Schon wieder Instinkte und Trie-be… tststs. EV

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