Schopenhauer erklärt: Der beherrschende Gedanken an Liebesbeziehungen in Kunst und Literatur

Um auf die Frage der Kunst und Literatur zurückzukehren: Poeten und Künstler beschreiben Wirrungen rund um die Liebe, die große Leidenschaft in vielen Ge-schichten, nicht selten ist dabei auch folgendes zu beobachten: Hat der Protagonist sein Ziel erreicht, seine Geliebte gerettet oder dergleichen, scheint der Zauber ver-flogen. Das Ziel ist zwar erreicht, doch wendet er sich ab. Der verklärte Kampf um die Liebe seines Lebens eines Individuums wird oft dargestellt. Ebenso auch die Verzweiflung nicht erfüllter Liebe, sei es durch außen bedingt oder andere widrige Umstände wird oft thematisiert. Auch sind es stets die Männer, die nach dem Zu-standekommen einer Beziehung wieder in epische Schlachten ziehen oder dergleichen – was zu Schopenhauers Definition der natürlichen Auslegung der Geschlechter führt: So sinke die Liebe des Mannes nach Vollendung des erzeugenden Akts, während die Liebe der Frau steige. Die Liebe der Frau sei auf Beständigkeit ausge-richtet. Schopenhauer erklärt dies folgendermaßen: D

er Mann könne im Laufe seines Lebens mehr Kinder zeugen als eine Frau gebären kann. Während also der Mann dem Instinkt zu zeugen folgt, ist es die Frau, die nach der ihrem Instinkt innewohnenden Sicherheit strebt. Eheliche Treue des Mannes ist künstlich, dies der Frau natürlich. Auch der optische Faktor kehrt in Geschichten wider. Schopenhauer beschreibt das zu Erzeugende als Ergebnis des schoppi kunstCharakter und der Gestalt des Mannes, während von der Frau Intellekt und Größe mitgegeben werden. Jedes Individuum sei bei seiner Partnerwahl dabei geleitet vom jenen Merkmalen am anderen, umso die größtmögliche Vollkommenheit zu erreichen. Die erklärt, warum Frauen nicht selten auch mit hässlichen Männern zu sehen sind – dies ist einfach nicht der ausschlaggebende Punkt, vielmehr Mut und Stärke. Die Wahl der Frau sei hierbei ausgelegt auf die Gebärfähigkeit, das Versorgen des Kin-des. Das, was der Instinkt als gesunde Erscheinung wahrnimmt, wird als schön empfunden.
Diese hieraus resultierenden ‚Traumpaare‘ sind es, die die literarische Geschichte durchziehen.

Was also der Mensch in der Kunst als Hingabe an die wahre Liebe, die unendliche Leidenschaft verarbeitet und aufnimmt, ist nichts anderes als die Behandlung des größten und wichtigsten Themas der Natur: Des Überlebens. Die Liebe ist ein Pro-dukt des Instinkts, des vorgegaukelten Wahns, der nichts anderem dient, als dem Weiterbestand der Gattung.

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