Schopenhauer erklärt: Der beherrschende Gedanken an Liebesbeziehungen in Kunst und Literatur

Was also der Mensch als Verliebtheit, Leidenschaft und Liebe wahrnimmt und inter-pretiert, ist an sich nichts anderes als eine Täuschung des individuellen Egoismus. Ziel dieser Täuschung des Menschen ist schlicht und ergreifend die Sicherung des Vorbestandes der eigenen Gattung. Während der Mensch sich also emotional im Himmel wähnt, denkt seinen eigenen Genuss zu befriedigen, ist es in Wirklichkeit nicht sein Wille, der aus im spricht.
Es ist der Wille der Gattung zum Besten der Gattung. Wie Schopenhauer es auch nennt, der Wille des Neuentstehenden.

Dabei finden sich im menschlichen Verhalten oftmals auch unromantische Verhält-nisse, Zwangsheiraten, Vernunftsehen und anderes – eben nicht aus romantischen Gründen, sondern an sich wird dem Willen der Natur, dem Willen der Gattung zum Fortbestand gefolgt „[…) daß er oft, um diesen Zweck zu erreichen, aller Vernunft zum Trotz, sein eigenes Lebensglück opfert, durch thörichte Heirat […]“.
schoppi 2Des weiteren spricht Schopenhauer davon, dass die Natur diesen Instinkt dort ein-pflanzt, wo sich dem Individuum der Zweck hinter einer Sache entzieht und sein Egoismus, sein Wunsch nach individueller Erfüllung, diesem Wohl der Gattung zu wieder handeln würde. Die „Wahrheit nimmt die Gestalt des Wahnes an, um auf den Willen zu wirken“. Was also das Individuum als überragendes Glück ansieht und empfindet, ist nichts anderes als ein aufgezwungener Wille der Natur.

Auch führt Schopenhauer an, dass nach Erfüllung des Geschlechtstriebes jenes Verzücken verschwinde und es wird ersichtlich, dass es sich bei der vermeintlichen Leidenschaft nur um selbiges handelte. Der Wahn verschwindet, sobald der Zweck erfüllt ist.

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