Pussy Sisster – Das Grundrezept, halbe Ohren, verliebte Kameras und der Rock´n´Roll als Bank

„Wir sind auch grad dran, uns um einen eigenen Sendeplatz zu bemühen, das Drehbuch wäre schon da, nun suchen wir eben einen Sendeplatz. Und wir haben eine Menge verrückter Ideen, die wir anbieten können.“ Dabei ist es nicht so, daß das alles von allein vom Himmel und direkt in den Schoß der Pussy Sisster gefallen wäre. Was der typisch erste Gedanke von Neidern wäre – doch dazu kommen wir noch. „Man muß als Band einfach schauen, daß es weltweit nach vorne geht, nicht nur in einem Land, was weiß ich, den Staaten etwa. Wir waren auch schon in Schottland, Großbritannien etc. Im Moment ist die Tour in Planung, die eine Double-Headliner-Sache mit Ela Rocks. Letzte Wochen gab´s zudem Dreharbeiten für VOX und Kabel Eins stand auch auf dem Programm.“

Vielbeschäftigt also, so soll´s sein. Beim Thema TV werden aber auch Gedanken wach, wie etwa The Boss Hoss in einer Kochsendung, was schon latent grenzwertig ist in Sachen Sinngebung. Und für böse Zungen schon am Rande des Ausverkaufs. Und sorry: Es wirkt auch einfach irgendwie strange und verkörpert eben vieles, aber nicht das Rebellentum des Rock´n´Roll. Andererseits: Warum nicht. Kommt da auch wenigstens mal Leben in die Bude. „Da finde ich wiederum: Warum soll man sich nicht breit aufstellen, wenn man es kann? The Boss Hoss machen das doch richtig, wenn einen das Fernsehen will, warum sollte man das nicht mitnehmen? Zumal man sich eben auch erst mal auf die Hinterfüße stellen muß, von allein kommt da nichts.“

Naja, steht ein Label mit größerem Geldbeutel dahinter, geht´s schon, puss 4räusper, mitunter etwas einfacher. „Logisch wird das getürkt und gemauschelt. Da wird die Radio-Rotation bezahlt und, und, und. Wieder andererseits: Ist doch auch schön, wenn die Firmen noch was pushen. Und natürlich erst recht toll, für den, der gepusht wird. Wenn dem nicht so ist, muß man sich eben selbst seine Plattform suchen. Dabei ist es schon schade, daß die Geschmacksentwicklung eigentlich auf der Strecke bleibt, aber so ist das Spiel. Manche spielen mit, andere nicht.“

Dabei bietet sich doch auch immer ein wenig die Chance, den Leuten etwas näherzubringen. „Sleaze kommt auch wieder mehr, das sieht man auch an Plattformen wie Facebook – man muß den Leuten einfach auch mal Sachen nahelegen. Das Ganze in dieser Richtung wirkt schon ein wenig wie ein Trend in Richtung; EINE Entwicklung in Richtung Oldschool. Rock´n´Roll ist ja auch, wenn man sich alles mal so genau betrachtet, die beständigste Form der Musik (neben Klassik). Was ist denn etwa aus dem Pop der 70er geworden? Da gab´s außerhalb des Rock´n´Roll auch andere verdammt gute Sachen und wo hat es sich hin entwickelt? Da kam doch an sich nichts Gescheites mehr nach.

Der größte Reiz des Rock´n´Roll ist, denke ich, einfach seine Wildheit, die Leute fühlen sich auf Konzerten und Festivals frei.“ Kurz nach dem 13.11. eine Aussage, die man nicht ganz unkommentiert im Raum stehen lassen kann. „Wir wollen mit den Leuten eine gute Zeit haben, und a ist es nicht gut, zu politisch zu werden – und manchmal ist es besser, da ‚keine Meinung‘ zu haben. Ich für meinen Teil werde weiter auf Konzerte gehen und was ich TV von Lemmy gehört habe, muß er wohl gesagt haben: ‚Ich bin Rock´n´Roll, ich bin ein Arschloch, ich spiele.“ EV

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