Pierce Brown: „Red Rising“

Inhalt: „Darrow´s Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe red risinggetötet und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihre sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen.“

Hm, also das Grund-Konzept ist nicht unbedingt ein Ausbund an neuen Ideen. Man nehme heroische Themen, die ewige Stories der Unterdrückten und Unterdrücker, die menschliche Falschheit und den beherzten Willen, sich zu rächen und alles ins richtige Licht zu rücken. Gut, das soll dem Buch allerdings keinen Abbruch tun, denn wie oft gab es schon Geschichten, Filme, die auf denselben Ideen aufbauten und doch weit aus der Masse heraus ragten. Es ist immer eine Frage der Drastellung, zumal das Leben eigentlich im Grunde in seinen Geschichten immer wieder auf eines hinaus läuft: Es gibt das Böse, das Gute, irgendwas dazwischen und die beiden „Hauptseiten“ geraten eben immer wieder aneinander. Egal, wer den Anfang macht, es folgt stets eine Kette aus Reaktionen. Ob der positive Hauptprotagonist nun legal, illegal und unfreiwillig dem Guten zuarbeitet… nun ja, das sind die verschiedenen Farben, die die geschichtlichen Bilder malen.

Ich verrate auf jeden Fall soviel, daß die Art und Weise der Darstellung und Erzählung dieses Buches durchaus Spannung aufbaut und interessante Klügeleien auf Lager hat, die „Red Rising“ aus der Masse raus spitzen lassen. Zudem ist es ja auch die Frage, wie man eine vielleicht schon bekannte „Reiseroute“ beschreitet.

Brown´s Schreibstil ist dabei herrlich Tim Taylor mäßig. Tim Taylor? „Hör mal, wer da hämmert“? „How how how?“ Also, wißt Ihr doch, was ich meine. Testosteron bis zum Letzten, breite Schultern, Brust raus und mächtig drauf klopfen. Dabei wirken diese Darstellungen schon manchmal derart augenzwinkernd überspitzt, daß man fast meinen möchte, Brown nimmt seine eigene „Gattung“ ein wenig aufs Korn. Doch dabei wird es nicht belassen, Pierce Brown hat sich eine Menge Details einfallen lassen, um den Story-Bogen Finesse einzuhauchen, so finden sich auch geschichtliche Bezüge. Gut, manche logischen Stränge birgen noch zu hundert Prozent Logik, aber selbst bei Ben hur gab´s ja schon eine Armband-Uhr. Es ist ein zusätzlicher Charme-Punkt.

Mit „Red Rising“ hat der Autor ein peppiges, spritziges Werk als Beginn von hoffentlich mehrerer Fortsetzung an den Start gebracht, daß ich jedem Sci-Fi-Fan, der Rebellen einfach mag, ans Herz legen möchte. Ein tolles Debut. (Heyne) EV

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