Motion City Soundtrack – Bloß nicht vor Publikum abschmieren, aber vorher dicke Knuddeln

„John Agnello halte ich für einen absolut wahnsinnigen, lach“, läßt Justin über den Produzenten der Band verlauten. „Seine früheren Aufnahmen, sein Spiel und seine harte Arbeit haben mich maßgeblich beeinflußt. Und logisch war es unglaublich witzig und cool, mit den Jungs zusammenzusitzen, sich gegenseitig in die Augen zu schauen und zu wissen, daß wir alle für diesen einen Track, an dem wir grad sitzen, verantwortlich sind. Und dann vor allem: Daß das gerade nicht der Moment sein sollte, in dem du vor den anderen abkacken solltest. Das wäre echt blamabel.“ Auch ein guter Heeper war auch die mcTatsache, daß sich die Band in jenes Studio verkrochen hatte, in dem Nirvana ihr Werk „In Utero“ auf den Weg brachten. „Sowas geht natürlich nicht so ganz ohne an einem vorbei.“

Und genau da lassen die Jungs spontan in Erscheinung tretenden Musen auch ihren Platz. „Bei uns kommt erstmal die Musik – die Musik, die sich eben entwickelt. Klar fischt man dann seine Favoriten heraus, der eine Song erhält wie selbstverständlich mehr Gewichtung – und am Ende trennt sich die Spreu vom Weizen. Wie es eben kommt. Mit den Texten halte ich es da genauso. Es ist immer eine Frage, was mich gerad beschäftigt, interessiert, mir durch den Kopf geht. Je nachdem, wovon ich gerade besessen bin, findet seinen Platz.“ Solange das nichts Bösartiges ist 😉 Wobei Justin sich auch nicht von allem und jedem beeinflussen oder vom Weg abbringen läßt.

„Mir ist klar, daß sich das Hörverhalten der Leite in den letzten Jahren sehr verändert hat. Überhaupt natürlich auch das Kaufverhalten. Aber ich müßte lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte dem schon immer viel Bedeutung beigemessen. Wir sind eine Band, die nicht in erster Linie oder ausschließlich von Plattenverkäufen lebt. Insofern ist das auch für uns nicht die mega-große Veränderung oder hat übergroße Auswirkungen.“ Glücklich der, der live begehrt. „Ja, dieses Glück haben wir. Die Leute sind nach wie neugierig auf uns und besuchen unsere Konzerte, darum liegen hier auch unsere Prioritäten.“ Und wenn sich Justin etwas von musik-hörenden Zweibeiner wünschen könnte, dann…

„Ein gigantisches High Five und eine fette Umarmung zurück (sofern man menschlichen Kontakt ab kann). Musik kann eine Menge geben. Logisch haben mir bzw uns im Laufe der Jahre immer wieder Menschen geschrieben, daß wir Problemen, die sie hatten, beim Namen genannt haben, ihre Situation im Grunde beschrieben habe oder auch unsere Musik eine Hilfe war. Es ist schon unglaublich faszinierend, wie ein Nebenprodukt meiner Geschichte, meines ‚Märchens‘, meines Leids und lächerlichem Verhalten manchmal anderen geholfen hat. Und dafür bin ich wirklich dankbar.“

Dabei ist es dem Sänger vollkommen wurscht, was die Leute aus Musik mitnehmen… jeder nach seiner Fasson. „Manche Leute schauen sich nicht einmal die Texte an, was auch vollkommen okay ist. Halt schade, weil diese Leute wahrscheinlich auch dazu neigen, den negativen Seiten einer Sache zuzuwenden oder diese eher zu sehen. Im Grunde glaube ich aber, daß diejenigen, die wirklich mit dem einen oder anderen in ihrem Leben zu kämpfen haben, eine positive Message aus unsere Mucke mitnehmen, einen kleinen Hoffnungskick.“

Was demnächst bei Motion City Soundtrack ansteht, steht noch ein wenig in den Sternen. „Ja, das ist noch etwas unentschieden, hehe. Ich tippe mal auf: Viel touren.“ EV

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