Menschenwürde in der Tradition Chinas

Hm, warum dieses Thema? Hier? Naja, wir dachten uns halt, es wird viel geredet, China ist eh eine der Weltmächte und will irgendwie auch immer mehr. Gerüchte und Gerede um eine neue geplante Weltwährung sind im Gange. Warum also mal nicht das Ganze von einer anderen Seite beleuchten und sich die Ursprünge anschauen?

So, haben wir getan und dabei kam folgendes raus: Es ist nicht unbedingt so, daß China für seinen menschenwürdigen Umgang sonderlich positiv bekannt wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall und die Sitten dort sind einfach auch nicht jedermanns Sache. Doch wer entscheidet schon, was schmeckt und was nicht. Die Art und Weise ist es aber manchmal, die Menschen einer bestimmten Kultur an den Tag legen, die anderen Menschen mehr als nur sauer aufstößt und auf Empörung stößt.

Also, die Vereinigten Nationen sind sich schon mal drüber einig, daß China nicht so ganz – äh – ins Bild paßt. Da sei zum einen einmal die seltsame Art der Geburtenregelung und vor allem das – ich nenn´s mal – ante-zivile Bevorzugen des männlichen Geschlechts. Wo hat´s die Nation denn hingebracht: Ein Kind darf man haben und alle wollen einen Jungen. Na klasse, der Überbevölkerung wird´s nicht schaden. Zum einen weniger Chancen zur Vermehrung und da Jungs eh die größeren Streithansel sind… ups, laut gedacht.

Folter ist auch so´n Dingens. Da ist ja mal rein überhaupt gar nie nichts geregelt und die gute Nation macht, was sie will. Vielleicht ist die Luft dort schlecht (was wirklich stimmen könnte, aber sicher kein Grund ist). Der Einzelne zählt nichts, alles zum Wohle des großen Ganzen. Doch woher kommt´s?

Dazu muß man ein bißchen hinter die Kulissen schauen, denn so verkehrt ist das ja alles nicht bzw unverständlich.

Die liebe Menschenwürde – eigentlich ist die ja in der Gesetzgebung recht einseitig gelagert, gelle? Jeder hat das Recht, mit Würde behandelt zu werden und wehe wenn nicht, dann wird gleich auf HB-Männchen gemacht und rumgepfropfert wie die Angst. Aber was ist eigentlich damit, da Menschenwürde auch bedeutet, den Anderen, das Gegenüber entsprechend zu behandeln und ebenso als würdevolles Wesen zu erleben. Das und nichts anderes heißt nämlich Menschenwürde. Wer sich also mal mit Kant und Co und solchen Schmonzetten beschäftigt hat, ist klar im Vorteil. Unsere Menschenwürde hier im Westen (von wo aus man es halt betrachtet, nee, das ist auch wieder die Frage, dreht einfach mal den Globus) läßt schon auch gewaltig zu wünschen übrig, da gibt es nichts dran zu rütteln. Jeder will haben und keiner gibt.

Der mit der Menschenwürde verbundenen Verantwortung kommt doch fast keine Sau nach. Aber anderes Thema. Betrachtet man die Philosophie, als im Grund, am Anfang usw in China, besteht am Grundgedanken so gut wie kein Unterschied zu dem, was Menschenwürde eigentlich darstellt. Nun gucke ma mal Richtung Mengzi und Konfuzius: Die reden nämlich genau von diesem Verständnis der Menschenwürde. Warum ist davon in der Umsetzung also kaum etwas übrig? Nein, es liegt nicht am Essen.

Interessant ist dieses Thema, am Rande angemerkt, übrigen auch, weil sich die Unzufriedenheit des Volkes, der Einzelnen, immer mehr bemerkbar macht und sich das Volk langsam aber sicher zu besinnen scheint. Die alten Werte gewinnen wieder an Bedeutung. Kein Mensch hat Bock auf Ausbeutung und Unterdrückung am laufenden Band, sei es durch el cheffe oder irgendeinen Polit-Saftsack. Nur was ist, wenn man alle miteinander nicht mehr so funktionieren, wie die liebenswerte Obrigkeit das wünscht? Hm… vielleicht wird auch aus diesem Grund in China selbst dieses Thema wieder ein bißchen weiter in den Vordergrund gerückt. Seiner Verpflichtung gegenüber dem Volk kommt China so auf jeden Fall nicht nach.

Ein Blick auf die Geschichte China´s macht einiges klar: Ein Volk, stets von außen gefährdet und Widrigkeiten ausgesetzt. Natürlich steht hier die Sicherheit des bitte ganz großen Ganzen im Vordergrund – um nicht mehr angreifbar zu sein. Dabei scheint man aber eines vergessen zu haben: Irgendwann ist es auch wieder gut, denn eine Übermacht hat noch niemanden geholfen, zu Ruhe und Frieden beigetragen, Naja, zu Ruhe vielleicht, aber auch nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung. Die autoritäre Staatsführung China´s dient lediglich dem Zwecke, ein Auseinander- oder Zusammenbrechen des Staates zu verhindern. Doc: Welcher Staat, wenn er nicht mal aus Menschen besteht, die ein lebenswertes Leben führen können? Was will man dann wovor schützen, wenn man es selbst zermürbt?

 

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