Joel Hoekstra´s 13 – Bitte nicht zu sanft den Arsch aufreißen

hoek2Dieser Tage beehrte Joel Hoekstra seines Zeichens unter anderem auch Saitenschwinger bei Whitensake und Night Ranger die Hard´n´Heavy-Fraktion mit seinem eigenen Baby unter dem Banner Joel Hoekstra´s 13. Titel des erstklassigen Heavy-Bonbons: „Dying To Live” – und der Silberling knallt und überzeugt an allen Ecken und Enden. Vielbeschäftigt und doch noch Zeit für ein Neben-Projekt und ebenso für ein paar Worte – und schwärmt dabei gleich mal kräftig los.

„Ich bin total von der Rolle angesichts er klasse Reaktionen. Von ‚Album des Jahres‘ bis vollen Punktzahlen ist alles dabei. Absolut phantastisch! Dabei waren meine eigenen Erwartungen gar nicht so hoch geschraubt, ich wollte lediglich tun was in mir möglich und positiv an die Sache heran gehen. Und wenn man sich meine Laufbahn so ansieht, war es natürlich auch irgendwo eine logische Herausforderung. Und natürlich eine Menge Arbeit von ganzem Herzen.“

Dabei eigentlich gar keine Frage, daß die Rufe nach einem Solo-Projekt schon öfter mal laut wurden, kennt man Joel doch von seinen Tätigkeiten bei Night Ranger, Trans-Siberian Orchestra, Rock Of Ages und eben seit geraumer Zeit auch bei Whitesnake. „Tja, Anfragen gab es eine Menge und… here weg go. Und das Ganze, das Album, fühlt sich schon sehr Band mäßig an, obwohl ich das gesamte Songwriting, den Gesangs-Lines, schlicht alles, gemacht habe. So habe ich dem Ganzen schlußendlich auch den Namen Joel Hoekstra´s 13 verpaßt.“ Um ein Konzeptalbum handelt es sich dabei aber nicht, wie vielleicht manche meinen möchten. Also, nicht wirklich. Doch haben die Vocals eines gemeinsam.

„Die Texte drehen sich allesamt um Hürden, die man im Leben überwinden muß, um dorthin zu gelangen, wo man sein sollte. Wir alle haben unsere Kämpfe auszufechten und dieses Album handelt davon. Abgesehen davon, daß ich mit Russel Allen während seiner Vocal-Aufnahmen gearbeitet habe, hat jeder für sich selbst hoek3gearbeitet und ich finde, daß diese Art zu arbeiten gut geklappt hat und auch einen guten Weg darstellt. Wenn Musiker andere um sich herum haben während der Aufnahmen, neigten sich manchmal dazu, zu sanft und vorsichtig, einfach zu verhalten an die Sache heranzugehen und wollen auch nicht so viele Durchgänge versuchen. Diese Hemmungen legt man ab, wenn man allein arbeiten kann, und so bekommt man, meiner Meinung nach, auch das beste Ergebnis.“

Und wer meint, diese Form des Musikmachens sei ein Spaziergang gewesen, angesichts der anderen Verpflichtungen Joel´s liegt nicht ganz falsch. „Das war natürlich eine ganz andere Sache und ein anderen Arbeiten als bisher. Ich hatte noch nie so viel Verantwortung an einem Album. Schreiben, die Arrangements, das Ganze produzieren… und natürlich auch Gitarren einspielen… das ist schon ein ganzer Haufen. Und ich ziehe absolut meinen Hut vor Jeff Scott Soto, Russel Allen, Derek Sherinian, Tony Franklin und Vinny Appice, daß sie diese Songs für mich zum Leben erweckt haben. Dabei liebe ich es freilich genauso, Teil einer Band zu sein und mit anderen Musikern zu arbeiten. Musik an sich ist eine unglaubliche Leidenschaft für mich und ich bin absolut glücklich darüber, mein Leben derart gestalten zu können und auch davon leben zu können.“

Eingangs wurde Joel´s Engagement bei Rock Of Ages bereits erwähnt – und sieht in Filmen und Musicals dieser Art auch eine weitere potentiell positive Seite. „Im Film hatte ich ja einen kleinen Cameo-Autritt und es hat irre Spaß gemacht, mit Sebastian Bach, Nuno Bettencourt und Kevin Cronin während des Ganzen abzuhängen. Doch ganz ehrlich: Die Broadway Show ist um einiges besser. Ich war 6 Jahre Teil der Bühnenband und das war wirklich eine großartige Erfahrungen und immer wieder klasse Gigs. Zudem bringen solche Show und Movies diese Musik auch wieder mehr in das Bewußtsein der Menschen, auch der jungen Musiker.“

Dabei sind die Ansprüche des Gitarristen gar nicht so groß, wenn es darum geht, ihn für irgendetwas zu fesseln oder seine Faszination zu wecken. „Ich mag schlicht Musik mit Leuten machen, die das auf hohem Niveau tun wollen. Das ist es eigentlich auch schon, haha. Allein die Natur der Sache der Zusammenarbeit mit anderen Musikern und die Herausforderungen, die das mit sich bringt, reizen mich – und ich steh drauf. Dabei versuche ich stets, das als direkte Herausforderung zu nehmen, so perfekt als möglich und im Team zu arbeiten. Klar, macht Verantwortung auch Spaß, aber im Grunde genieße ich es einfach, Musik zu machen.“

Und genießt die, die er mit seinem Album an die Fans und Hörer weitergibt. „Ich liebe echt alle Songs auf diesem Album, und ich denke, alle, die auf melodischen Hardrock à la Dio bis hin zu Foreigner-Songs stehen, werden das Album ebenso lieben – es deckt hier wirklich eine große Bandbreite ab und bleibt dennoch auf Spur.“hoekstra 2

Allzu lang kann sich Joel allerdings auf diesem Baby nicht ausruhen und es vollends genießen, schauen doch die zeitlichen Pläne schon wieder ganz anders aus. „Ja, es geht ja bald auf Tour mit Whitesnake, Japan und Europa stehen an. Ich für meinen Teil bin schon absolut gespannt auf diese zweite Etappe von The Pruple Tour und David Coverdale ist auch wegen des jetzigen Line-ups total aufgeregt – die Leute können sich schon einmal darauf einstellen, daß die nächsten Jahre sher aktiv in Sachen Whitesnake sein werden! Logisch tue ich auch alles, was möglich ist, Joel Hoekstra´s 13 zu supporten und zu promoten, keine Frage. Live wär auch cool, man wird sehen, was sinnvoll ist und was nicht.“

Na, die Fans würd´s sicher mehr als freuen. „Ich empfinde es als Segen, daß ich das in meinem Leben tun kann, was ich tue. Ob Musik aufzunehmen, live zu spielen… ich reiße mir den Arsch auf, um den Leuten zu geben, was sie für ihr hart verdientes Geld erwarten dürfen.“ Sein hartverdientes Geld steckt Joel derweil nicht so in manche Sachen… „ich glaub, ich bin wirklich im absoluten Club der alten Schule – mir gefällt seit 1993 nichts mehr so richtig, haha.“ EV

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