Im Schatten des Rippers… „Ripper Street– Staffel 1 & 2“

ripper 2BBC hat sich mit dieser Serie wieder einmal etwas ganz Besonderes einfallen lassen und man sollte sich nicht gleich anhand des Titels Irre führen lassen. Natürlich ist die Verbindung zu Jack the Ripper´s Morden vorhanden, doch bei Weiten nicht Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Zwar vermutet der betagte Inspector Aberdeen hinter jedem Strauch einen Dieb und neigt dazu, in jedem Mord, der auch nur der Handschrift Jack´s ähnlich sieht, diesen wieder zu erkennen. Doch der amerikanische Forensiker Homer Jackson (der alles andere als ein wirklicher Forensiker ist, wie man im Laufe der Geschichte herausfindet) und Inspector Reid sowie Seargant Drake auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht wird. Insofern spielt Aberdeen auch nur eine Nebenrolle in den Geschehnissen in und um die Ripper Street.

Es ist wunderbar dargestellt, wie das Team mit den Mitteln der damaligen Zeit, doch den gleichen Denkansätzen, aber auch mehr ripper coverAufmerksamkeit an die Fälle herangeht. Und es ist schon frappierend, sich vorzustellen, um wieviel schwerer Untersuchungen damals gewesen sein wollen und wieviel mehr an Hirnakrobatik und genauem Hinsehen, Detailarbeit dies verlangt hat. Klasse gemacht, auf jeden Fall.

Die Charaktere werden dabei in all ihren Eigenheiten erstklassig gezeichnet und natürlich dürfen auch die privaten Irrungen nicht fehlen. So auch Drake´s unerfüllte Liebe zu dem Freudenmädchen Rose, die zerrüttete Ehe Reid´s oder, oder, oder. Zu viel will ich ja nicht verraten.

Die Reids leiden unter dem Verlust ihrer Tochter, halten auf eine gewisse Art aber dennoch standhaft zusammen. Reid verfolgte Jahre zuvor einen Mörder und wie es der Zufall so haben wollte, mußte er sich diesem auch spontan an die Fersen heften, als seine Tochter ripper grdabei war. Die Verfolgungsjagd endete auf jenem Unglücksschiff, daß fast allen Passagieren das Leben kostete. Reid überlebte schwer verletzt, seine Tochter verschwunden, der Verbrecher tot geglaubt… doch es kommt alles anders als man denkt.

Wer das als nette Reminiszenz an Historie vermutet, wird eines besseren belehrt: „Ripper Street“ hat es in Sachen Derbheit, Direktheit und auch Gewalt ebenso in sich wie auch emotionale Momente und Geschichtsfäden ohne ein Übermaß an Pathos trocken und doch eindringlich dargestellt werden. Serienfreaks sollten zugreifen. (Polyband) EV

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