Hopelezz – Nicht reißende Bande, Genres, die man sich zusammenreimen läßt, ein bißchen Band-Kollegen schocken und eine personifizierte Krankheit

Was mich auch sehr fasziniert hat, war die Thematik Borderline, daher auch ein Song darüber. Das ist ein wahnsinns-komplexes Thema. Ein Krankheitsbild, das sich derart gut versteckt, in sich selbst versteckt und die betroffenen Menschen zu den unglaublichsten Dingen treibt. Ich habe in diesem Song diese Krankheit personifiziert und bin auf diese Art an den Text herangegangen. Borderline ist eine Krankheit, die sich selbst nicht zu erkennen gibt.“ Hört man Adrian so sprechen, fragt man sich echt, warum eigentlich die wenigsten die Arbeit und die Gedanken, die manche auch in ihre Texte legen, so wenig zu würdigen wissen.

„Ich wünsche mir teilweise, schon, daß sich die Leute die Texte genauer anschauen. Es mag zwar viele negative Themen und Punkte in meinen Texten geben, an sich bin ich aber doch ein glücklicher Mensch. Meine negativen Gedanken lasse ich in die Musik einfließen und verarbeite sie so. Manche Texte, wie zum Beispiel bei ‚Abschiedsbrief‘ sind dann auch an sich nur für mich selbst. Das hat so den Effekt ‚dann isses raus‘. Aber wie gesagt, für Außenstehende fallen die Texte oft unter den Tisch.“ Dabei sieht Adrian eben jenen zu „Abschiedsbrief“ als ausgereiftesten.hopelezz

„Das ist auch in meiner Muttersprache, da kann man natürlich ganz anders rangehen. Im Englischen hat man eben nicht das gleiche Sprachgefühl wie eben ein Muttersprachler. Insofern ist man in einer anderen Sprache schon limitierter. Und ganz ehrlich, wenn ich da einen tollen Text habe und alle schreiben nur ‚das Riff ist aber geil‘ ärgert mich das schon etwas.“ Und: Es wird nicht nur mit Stein en geworfen, Adrian selbst beschäftigt sich bei Platten durchaus mit den Texten und nicht nur mit seinen eigenen. Das mal am Rande. „Ich muß auch sagen, man identifiziert sich ja auch mit seinen Texten. ‚Abschiedsbrief‘ lag recht lange sogar einfach rum, und am Ende hieß es dann, als daraus echt ein Song wurde: ‚Boah, ist das emotional, ich glaub, ich weiß, was du meinst und damit sagen willst‘. Das tut schon gut und ich denke, ich hab wohl gut rüber gebracht, was ich sagen wollte. Und bei manchen Texten ist es schlichtweg so, sie berühren einen tiefer als andere und entsprechend mehr Emotionen kann man dann auch weitergeben.“ Ob nun auf Plastik und in Dose oder auf der Bühne. EV

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.