Die USA und ihr Umgang mit Geschichte – oder: Teenies und ihr Größenwahn?

Tjaja, die lieben Staaten. Irgendwie ständig dabei, für Aufsehen zu sorgen, vorsichtig formuliert. Positiv ist es dabei meistens nur, handelt es sich um Neues aus Hollywood, neue Buchveröffentlichungen amerikanischer Schriftsteller oder Musik. Ansonsten … naja. Spielt das gute Land mal nicht Weltpolizei und bringt alles im Sinne der eigenen Wirtschaft durcheinander, sind es eben Vorkommnisse wie das an der Littleton High, irgendwelche Attentate – in Sachen Blödsinn machen sind die Staaten sehr erfinderisch.

Ein Land der Gegensätze – soo mega frei und aufgeschlossen wir die eigene blutige Geschichte nur zu gern unter den Teppich gekehrt, mit der Heldenbrust stolz geschwellt der nächste Quatsch 11997894_1616804001914106_1392325538_nangezettelt, die Leute blöd gehalten und mit einer Impertinenz von anderen Ländern dieses und jenes gefordert, daß es an Unverfrorenheit eigentlich nicht mehr zu übertreffen ist.
An was es liegt, daß hier neben viel klasse Kunst und Kultur der Moderne derart viel müllige Ideen vorherrschen – am Donaunebel kann es nicht liegen und bei der Größe des Kontinents wohl auch kaum an der Luft. Die wird ja wohl kaum überall gleich behämmert machen. Die USA geben den Ton an – Vorreiter in gesellschaftlichen Dingen, man beherrscht die großen Banken, die Wall Street hat die Weltwirtschaft schon mal kräftig durch die Mangel gedreht – hat die USA Bauchweh müssen alle mitleiden. Ob sie wollen oder nicht.

Daß sich jeder einigermaßen gerad denkende Mensch bei so manchen Gesetzen der einzelnen Bundesstaaten so seinen Teil an Kommentar sprachlos spart, ist die eine Sache, daß sich aber manche Extrem-Glaubensgrüppchen erdreisten, sich seit Jahren neben der Weltgeschichte (wir erinnern uns: Der Sieger schreibt die Geschichte – oder zumindest der, der am besten dafür bezahlt)auch an sich über die Natur und das Universum zu erheben und einfach mal auf die Schnelle die Evolution neu erfinden, ist ebenso lächerlich wie deutlich für den Größenwahn.

Auch hier gilt das Gleiche wie überall: Nicht alle Menschen sind gleich und alle über einen Kamm zu scheren ist vollends fürn Pop. Doch eines zeigt die kreative Ausrichtung der Staaten immer wieder: Der Hang zur absoluten Selbstüberschätzung. Würde man die Staaten mit einem Menschen vergleichen: Es wäre nichts anderes als ein aufmüpfiger Teenager, der einen tagein, tagaus drangsaliert, meint, alles besser zu können und zu wissen. Ein junger Hupfer, der vom Leben noch wenig Ahnung hat.

Ja, die Völker, aus denen sich die Staaten gebildet haben, gab´s ja schon vorher, aber diese Geschichte hat man wohl zu Hause gelassen, für einen perfekten, alles überschattenden Neustart. Die Eroberer der neuen Welt (zu welchem Preis). Das Selbstbewußtsein dieses Landes ist schon bewundernswert, jetzt echt. Bombig. Und ich rede bewußt von Land im Sinne von Volk und nicht von den Menschen. Jedes Land ist durch irgendetwas anders geprägt, ohne daß dabei alle gleich sein müssen oder gleich denken. Es geht vielmehr um eine unterschwellige Grundprägung.

Aber was macht man mit jenen Teenies, die stets alles besser wissen und meinen, sie sind´s? Eibnem ohne Punkt und Komma auf der Nase rumtanzen? Richtig, auf die Schnauze fallen lassen. Teenies werden so erwachsen, Tierkinder ebenso – und das sollte das Geschichts- und Zivilisationsverständnis auch. Slogans wie „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, „Freiheit bla bla“ und das vehemente Vertreten der Demokratie läßt mich an Mittermeiers Worte denken: Hat man´s Grundprinzip verstanden? Und: Wann kehrt man mal vor der eigenen Tür?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.