Deth Enemy – Im Zelt die Reißleine vor der Bierdusche gezogen oder: Die Pinguine aus Oz

Schließlich brachten wir ein wenig Geld auf die Seite, um unser eigenes kleines Studio an den Start zu bringen und unserem Kram aufzunehmen. Ohne Druck oder Erwartungen – einfach nur das, was wir eben lieben und aus den richtigen Gründen.“ Und das hört man dem Material der Jungs auch absolut an. Selten, daß sich ein Debut derart tough und selbstverständlich in die Ohren schleicht und man das Gefühl, ein guter, alter Freund würde einem permanent dort reinflüstern.

„Wir folgten nie irgendwelchen Trends oder modernen Anwandlungen, um wie irgendwer anders zu klingen. Wir schreiben einfach nur Songs, wie wir sie eben schreiben und die Chemie zwischen Deth Enemy und unserem Produzenten Tom E. Morrison ist ja wirklich wie frisch wie dem Himmel entsprungen, wenn man es so de 2sagen will. Wir haben uns das Album Million mal angehört und mögen es nach wie vor. Und so dachten wir uns, es kann ja nicht sein, daß wir die einzigen auf diesem Planeten sind, denen das Album gefallen würde. Alles in allem sind wir sehr zufrieden, auch angesichts der Tatsache, daß wir nur 13 Songs geschrieben haben. Am Ende muß einfach die Chemie stimmen.“

Wer aber meint, als Cover-Band oder Mitglied in einer Cover-Band sei der Weg an sich doch schon geebnet, irrt gewaltig: „Wenn man in einer Cover-Band hier in Australien spielt, hören die Leute doch gar nicht wirklich hin – bis sie total besoffen sind. Wir haben in Cover-Combos gespielt, seit wir 16 sind und wollten aber immer unseren eigenen Sachen, Originale spielen. Ich glaube, jede Band will live spielen – es gibt an sich keine Beschränkungen und: Es ist lauter, hehe. Es ist einfach wesentlich cooler, eigene Songs zu performen, aber man läuft eben auch Gefahr, in die Flugbahn eines Bierkrugs zu kommen, weil die Leute lieber ihre Faves aus dem Radio von einem hören wollen. Das hat schon wirklich was mit purem Überleben zu tun und nimmt der ganzen Sache doch den Spaß…“

So ganz missen scheint Al das alles aber auch nicht zu wollen. „Diese Zeit hat uns auch zu dem gemacht und dorthin geführt, wo wir nun sind und das ist absolut cool. Covers runterzuspielen bezahlt dir zum einen die Rechnungen nicht wirklich und ein Abendessen bedeutet in Wirklichkeit drei Tüten Kartoffelchips mit null Auswahl an Geschmacksrichtungen“, und grinst sich eins. Am Ende saßen wir da, gebrochen, mit kurz geschorenen Haaren, in Anzügen und voll im normalen Business – das fühlte sich ein wenig so an, als wären wir gestorben und direkt zur Hölle gefahren – bis endlich etwas Geld rollte und sich eine Perspektive auftat.“ Und sag bei solchen verbalen Ergüssen nur eins: Down Under, lol.

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