Alex Marshall: „ Blut aus Silber“

Inhalt: „Sie gewann jede Schlacht. Sie war die bedeutenste Kriegerin blutihrer Zeit – doch seitdem sind zwanzig Jahre vergangen und Zosia will alles andere als wieder kämpfen. Als sie erneut zur Waffe greifen muß, um die Schatten der Vergangenheit zu besiegen, beginnt ein Kampf gegen dunkle Intrigen, falsche Verbündete und grausame Armeen, der die Welt erschüttern wird. Denn ihre Freunde werden zu Feinden, und die Vergangenheit ruht nie…“

Über 800 Seiten Fantasy satt gibt es hier und trotz der Fülle in diesem Bereich sticht dieser Roman doch absolut positiv heraus. Der obligatorische Kampf Gut gegen Böse ist natürlich Grundbestandteil, aber der Ton macht eben die Musik. Alex Marshall spielt dabei gern mit der Sprache und zeichnet absolut seinen eigenen Stil, mit dem man sich logischerweise auch erst einmal vertraut machen muß. Doch verleiht gerade auch dies der Geschichte noch einen satten Zacken mehr Epic.

Auch altbekannte Fantasy-Charakter spielen ein Rolle, Feen, Hexen usw zeichnen allerdings eher Randfiguren, im Mittelpunkt steht schlicht und ergreifend eben einmal eine Frau, eine Kämpfernatur, die zurückschlägt. Erfrischend in dem an sich meist männlichen Protagonisten vorbehaltenen Sektor der heldenhaften Krieger. Weit entfernt von einer weiblichen Figur, bei der man sich wenigsten wünschen würde, sie würde an den schlimmsten Stellen nicht laut losquietschen und die große rettende Hand brauchen, also.

Der Autor hat es nicht bei altbekannten Zutaten belassen, sondern sich auch wirklich daran gemacht, dem Fantasy-Genre ein paar neue Farbtupfer aufzusetzen: Insekten als Drogen, Bärte-tragende Frauen und viele weitere Details zwingen so also auch den absoluten Fantasy-Freak, seinen Horizont zu erweitern und sich in eine andere Welt, als vielfach Abgedroschenes, fallen zu lassen. „Blut aus Silber“ wirft immer wieder neue Fragen und Überlegungen auf, wird zu einer Art perpetuum mobile, das einmal geschichtlich in Gang gesetzt, sich stetig weiter zu entwickeln und nicht auf der Stelle zu treten weiß. Zwar sind auch ein paar Seiten wohl zwecks der Fülle rein geraten und die Handlung hätte straffer gestrickt werden können, andererseits verschafft dies dem Leser Luft, seine Vorstellungskraft im Rahmen dieser Story fliegen zu lassen: (Piper) EV

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