Der Hooton-Plan

hootonNun, nicht wenige wird dieser Begriff erstmal gar nix sagen, darum etwas dazu an dieser Stelle. Der Paläoanthropologe und Hochschullehrer Earnest Albert Hooton wurde 1887 in Clemansville, Wisonsin geboren. Im Rahmen seines Wirkens beschäftigte sich der gute Mann sehr gern und umfassend mit Rassentheorien und ließ sich mal zu einem netten Text hinreißen, der Grundlage vielerlei Vermutungen ist. Oder nennen wir es Verschwörungstheorien – wobei: Kann man heutzutage noch von Verschwörungstheorien sprechen? Vieles scheint sich, egal, um welches Thema es sich dreht, sei es nun die Ermordung Kennedy´s, der 11.09. etc nun wirklich keine Verschwörungstheorie mehr zu sein.

Und auch die Worte und Ideen Hooton´s, die von einigen seiner Fachkollegen weitergeführt und bekärftigt wurde, besagt kurz und knapp: Das Deutsche Volk könne man ja an sich nicht wirklich salonfähig machen bzw auf soziale Art und Weise bekehren und von dieser Rasse würde immer eine Gefahr ausgehen, denn sie habe wohl so eine Art Kriegsgen bzw eine naturgegebene Veranlagung dazu im Blut.

Ganz ehrlich, ich verzeih ja für die Zeit, als er das losgelassen hat, eine Menge, absoluter Quatsch ist es trotzdem. Wäre das dann das Maoam-Gen statt des wirklich vorhandenen M-AOA-Gens? Oder wie soll man sich das vorstellen? Ein ebenfalls zusammengewürfelter Haufen aus verschiedenen Einschlägen Germaniens bla bla blubb und alle haben dasselbe Rad ab. Genau. Nun, wie dem auch sei, solche Depperl-Theorien stoßen natürlich bei manch verstrahlten Köpfen auf offene Ohren. Nun denn:

Vorschlag bzw These war nun ergo folgende: Man müsse das deutsche Volk im Endeffekt biologisch heraus umerziehen und ihnen diesen Scheiß im Kopf von wegen böse sein und Krieg führen austreiben. Als wären wir alle ein Sproß von Lobo, sei´s drum. Jeder hirntechnisch aufgeschlossene Mensch wird hier das erkennen, was dem Dritten Reich zugeschrieben wurde und wird: Rassismus.

Der sogenannte Hooton-Plan, wie die Grundidee wohl unter der Hand und erkennbar an manchen Wortfetzen weitergesponnen wurde, besagt, man müsse das deutsche Volk also mit anderen Genen kreuzen und zwar, ob das jemand von den Deutschen will oder nicht, das „Deutsche Gen“ muß ausradiert werden. Es wurden Stimmen laut, man solle für vermehrte Einwanderung nach Deutschland sorgen, diese Einwanderung fördern (wie wurde da mal wieder nicht gesagt, aber so der eine oder andere Konflikt in anderen Ländern bietet sich doch an als Grund). Böse Zungen geben dem Ganzen auch den Untertitel *Wie lasse ich ein Volk verschwinden*. Klar werden mit solchen Berichten und Interpretationen Ängste, Existenzängste um genau zu sein, geschürt. Doch was so abgeht, ist ja auch nimmer ganz knusper. Und wer auf solche Ideen als Mann der Wissenschaft kommt, hat absolut meiner bescheidenen Meinung nach versagt. Denn so ein persönlich gefärbter Käse hat über das Wohl und Weh eines Volkes schlicht nicht zu entscheiden. Egal, um welches Volk es sich dreht.

 

Brockhaus: Was so nicht im Lexikon steht

brockhausBrockhaus: Was so NICHT im Lexikon steht

Okay, na dann mal ran an den Speck. Brockhaus hat sich da mal was geleistet und kleiner, aber feines Nachschlagebüchlein veröffentlicht, daß wissenstechnisch querbeet zappelt. Kuriose Fragen und Antworten, Infos, die man nicht wirklich braucht, aber witzig ist es trotzdem – und es hat diesen gewissen *Criminal Minds*-Effekt, wenn Reed mal wieder auf alles und jedes eine Antwort hat – egal, ob man sie hören will oder nicht, das sei auch mal gesagt.

Nun, welche Fragen haben wir denn hier: Gleich zu Beginn kommt die Frage: Als Träger des vatikanischen Ordens vom goldenen Spron stand Konrad Adenauer in Portugal ein außergewöhnliches Privileg zu. Worin bestand es? Oder auch, warum Breen nun mal so anschauen, wie sie ausschauen. Ach ja, und wo kann man Affen im Schnee sehen? Man erfährt auch, was als Vorbuld für Dr. Jekyll und Mr Hide diente, welche Auto Bonnie und Clyde fuhren und, und, und.

Über 200 Seiten interessanter Quatsch, der einem im Falle eines Bombenangriffs nicht wirklich weiterhilft, aber einem die Halbwertszeit verkürzen kann.

Russel Brand: Revolution – Anleitung für eine neue Weltordnung

Aha, soso. Na dann les ma mal, was der Gutste zu sagen bzw zu russel brandschreiben hat. Russel Brand dürfte einigen doch wirklich mehr als bekannt sein, nicht nur durch seine Darstellung als Alex Baldwin´s schwuler Geschäftsführer des Heavy-Krachers *Rock Of Ages*. Von sich reden machte der Schauspieler und Comedian schon des Öfteren und nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund. Menschen wie Russel Brand polarisieren und das ist auch gut so. Anders bringt man ja die Leute heutzutage nicht mehr zum Denken – naja, belassen wir´s erstmal beim Drüberreden. Denken ist manchmal Wunschsache.

Jedenfalls scheint der gute Mann der Meinung zu sein, man solle sich für die Zukunft, sofern wir denn eine haben wollen, nicht wirklich auf unsere liebe Politik verlassen, denn das hat eh keinen Zopf. Nun, dem kann ich mich vollends anschließen, so leid es mir tut. Aber sich am Zeh zu pulen bringt manchmal echt mehr. Der Buchrücken zitiert: „Ständig fragen mich Leute, wie die Revolution funktionieren soll. ‚Na klar wollen wie die Regierung stürzen, um auf den Trümmern ein persönliches und globales Utopia zu errichten‘, sagen sie. ‚Aber wie, bitte schön, sollen wir das anstellen?‘“ Naja ehrlich: Gute Fragen, schlagen darf man die Deppen nicht einfach, die so rumhüpfen und einem das Lebens schwer machen.
Russel Brand macht dem Leser nicht nur deutlich, was denn alles so schief läuft – was so ziemlich alles ist (ich wage allerdings zu bezweifeln, daß auch seine Pläne bzw Vorschläge von Erfolg gekrönt sein würden, denn eines spielt halt immer mit: Der human factor und der bringt eine schon manchmal gelinde gesagt zum Speim.

Die Vorstellung, eine Revolution müsse im großen Stile mit viel Gedöns und Getöse stattfinden – nun diesen Zahn zieht uns Russel Brand mit seinem Werk und zeigt durchaus interessante Wege auf – humorvoll, bissig, intelligent verfaßt… ein kurzweiliges Buch, das mehr als nur reinen Unterhaltungswert hat und das macht, was ein gutes Buch auch mal machen sollte: Zum Benutzen des EIGENEN Gehirns anregen. Huhu, Hirn? Hi-iirn??? Wo ist es denn hirn – äh hin? In diesem Sinne, klasse Lektüre und absolut zu empfehlen.

Skull & Bones – Studentenverbindungen mal anders Oder: Wie weit hergeholt sind die Verschwörungstheorien?

adam_weishauptDiesen Artikel kann man aus politischer Sicht nehmen, als Science-Fiction, Fantasy und Unterhaltung oder mich, bevor man diese Zeilen zu Ende gelesen hat, für verrückt erklären. Sei jedem selbst überlassen, vorschnelle Urteile sind nur vielleicht nicht des Pferdes letzter Tritt.

Vor einiger Zeit brachte Pro 7 den Film *The Skulls* – an sich nichts besonderes, hätten meine Spatzenglubscher da nicht was im Kommentar zu diesem Film erspechtelt: Diese Studentenverbindung – um die sich der Film dreht – gäbe es in Yale wirklich, sie nenne sich Skull & Bones und Leutchen wie George W. Bush sen. und jun. seien Mitglieder. Wobei ich mich bei Zweiterem frage, ob in Amerika jeder auf ´ne Uni kommt. Nachdem der Film Verschwörungstheorie-technisch ebenso ans Eingemachte ging, Fragen wie auch der Film *23* (übrigens nach wahren Begebenheiten) aufwarf und vor allem darauf hinauswollte, wie gesteuert Politik und die Menschen allgemein von der Wirtschaft bzw. einer kleinen Elite sind, hab ich mich mal ein wenig ans Recherchieren gemacht. War interessant, kann ich Euch sagen. So hatte sogar schon die Washington Post einen Artikel über jene „Studentenverbindung“ und Bush junior´s Mitgliedschaft veröffentlicht. Gut, so ganz paranoid kann dieses Thema also nicht sein.

Viele von Euch haben sicher schon mal was vom Templer-Orden, den Illuminaten, der Freimaurerloge etc. gehört. Geheimorden, von denen man zwar glaubt, sicher zu sein, es gäbe sie, doch gibt´s wirkliche Beweise???… Einige von ihnen sind wirklich geheim, andere existieren wieder richtig offiziell. Doch wird es oftmals wieder als eine einem Verfolgungswahn entsprungene Theorie abgetan. Kommen wir mal zu den Dingen, die über Skull & Bones rauszukriegen waren. Erstmal zur Geschichte des Ordens. 1718 wurde die Collegiate School in Connecticut von einem Typen namens Elihu Yale in Yale College umbenannt. Ein enger Kontakt zwischen der CIA und Yale besteht seit Nathan Hale: Er war Absolvent der Uni und Mitglied des Vorläufers der CIA, dem von George Washington gegründeten Culper Rings. Solche Kontakte sind natürlich auch heutzutage nicht zu verachten. 1833 wird Skull & Bones von Alphonso Taft (amer. Kriegsminister, österr. Botschafter), William Russel und dreizehn weiteren Nasen gegründet. Skull & Bones ist dabei die einzige Studentenverbindung – oder wie manche es bezeichnen: Bruderschaft – die nur in Yale vertreten ist. Alle anderen, griechisch entlehnten Verbindungen findet man in den Staaten wie Sand am Meer. Die Philosophie des Ordens ist stark an Hegels (über den übrigens auch in „Weltmacht USA – Ein Nachruf“ von Emmanuel Todd geschrieben wird) Lehre der historischen Dialektik gelehnt.

Hegel´s Dialektik

These – Antithese – Synthese. Das sind die Schlagwörter in seiner Lehre. Auf den Punkt gebracht, bedeutet es, daß erst These und Antithese, als die Gegensätzlichkeiten, einen Fortschritt, eine Weiterbewegung ermöglichen können. An sich ja nichts Verkehrtes – und eigentlich liegt es ja schon in der These selbst begründet, sie ins Gegenteil zu verkehren. Im Fall der Skull & Bones bedeutet das: Wo keine Gegensätze da sind, die eine Weiterentwicklung fördern, werden entsprechende Konflikte geschaffen. Wie war das noch mal mit den Massenvernichtungswaffen, die nun keine Sau findet? Und wer hat den vollen Nutzen aus dem Irak-Krieg? Wer hat seine „Vormachtstellung“ durch das Arbeiten gegen den UN-Rat untermauert? Lassen wir das.

Von einigen Historikern wird übrigens angenommen, daß Skull & Bones ein Ableger eines deutschen Ordens ist. Jedes Jahr schnappen sich S & B 15 neue Studenten, um – sagen wir mal – die Tradition fortzuführen. Seine Mitgliedschaft darf man nicht bekannt machen und laut Gerüchten ist ein Mitglied dazu verpflichtet, den Raum zu verlassen, wenn er auf Skull & Bones angesprochen wird. Mit den Aufnahmeriten will ich mich nicht lang aufhalten, hier findet Ihr eine Menge im Netz – einfach über ´ne Suchmaschine Skull & Bones eingeben. Nur soviel: Die Aufnahme wird als Art „Wiedergeburt“ gesehen (Entlehnungen aus Religion sind natürlich rein zufällig – könnte ein wenig an das Christentum erinnern. Wobei hier auch der Größenwahn dieses Ordens gut zur Einbildung, man sei als was „Höheres“ wiedergeboren, wie es im Christentum Jesus durch die Taufe wiederfuhr, paßt). Ab diesem Zeitpunkt ist das neue Mitglied niemandem mehr in der „Welt da draußen“ gegenüber verantwortlich, der Orden gilt ab sofort als einzige und höchste Instanz. Auch höher als Glaube und Gesetz. Das Esquire-Magazine brachte hierzu 1977ebenfalls einen Artikel. Die Washington Post kontaktete einige namhafte Mitglieder nach Erscheinen des Artikels über George W. Bush (weiter oben in diesem Bericht) und erhielt Aussagen, die von „wenn Ihr mich dazu fragt, werfe ich das Telefon durch die Bude“ über Drohungen recht viel beinhalteten.

Hier einige Mitglieder des munteren Haufens: Harriman, Prescott Bush, George W. Bush sen., Kellogg, Rockefeller, Goodyear, Vanderbilt, Bundy, Phelps, George W. Bush jun. aber auch: Senator David Boren, Senator John Kerry, George Herbert, Walker Bush… Recht viel Regierung und CIA. In dem Buch „Defrauding America“ ist die Rede von einem Deep Cover CIA-Office, dem eine Einheit namens Pegasus angehörte. Jene Einheit sei angeblich in Besitz eines Tonbandes, auf dem es um die Ermordung Kennedy´s geht. Die Aufnahmen stammen laut Infos von J. Edgar Hoover´s angezapftem Telefon. Der übrigens damals Chef der CIA war. Glaubt man den Quellen, sind auf diesem Band die Stimmen von Hoover, Rockefeller, Bush sen, Nelson Dulles und Lyndon Johnson (nach Kennedy´s Ermordung dessen Nachfolger als Präsi) zu hören. Da fällt mir doch glatt Kevin Costner´s „JFK“ ein, in dem man Johnson den Satz „macht mich zum Präsidenten und ihr bekommt Euren Krieg“ in den Mund legt. Oder auch nicht gelegt hat. Die Überlegungen sind nur interessant. Angeblich handelt es sich bei dem entsprechenden George W. Bush natürlich nicht um den späteren Präsidenten – ein gleichnamiger Kerl sei nur für niedere Jobs bei der CIA und DER Bush sei erst viel später als Chef des CIA gleich direkt eingestiegen. Klar, man stellt ja auch jemanden als Boß des Haufens ein, der vorher mit dem CIA noch nie etwas zu tun hatte. Auch für Nicht-Paranoide sehr unlogisch. In einem weiteren Buch, „Sorcery, Sex, Assassination And The Science Of Symbolism“ von James S. Downard, ist die Rede von einem Ritual namens The Killing Of The King (Das Töten des Königs). Er bezeichnete die Ermordung Kennedy´s ganz öffentlich als jenes okkulte Ritual. Demnach sei Kennedy´s Ermordung ein gezieltes und gewolltes Massentrauma – ein Trauma für die eigene Bevölkerung (eventuelle Gedanken Richtung Traumata aus neuerer Zeit sind immer nur rein zufällig…). Er war der Meinung, die Seele Amerikas solle verletzt, das Volk verunsichert werden – angesichts seiner eigenen Nichtigkeit. Doch stieg mit Kennedy´s Tod auch das Mißtrauen gegenüber der Regierung. Andererseits sicher aber auch das Gefühl, selbst nichts machen zu können und ausgeliefert zu sein.

Als Ziele des Ordens werden einige interessante Aspekte genannt. So dreht sich alles um ein Machtnetz in so ziemlich jeder Hinsicht. Die drei S & B-Members Gilman, White und Daniel waren z.B. verantwortlich für die Gründung der American Economic Association, der American Chemical Society und der American Psychological Association – allesamt Bereiche, in denen man zum einen viel Mist bauen, den Leuten auf den Wecker fallen, das Weltgeschehen und Menschen beeinflussen kann. Hier kommen wir wieder zu Hegel und den bereits angesprochenen Konflikten. So kommt von Hegel der Begriff des kontrollierten Konflikts, um durch These und Antithese ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Die Skull & Bones-Riege scheint viel vom „kontrollierten Chaos“ zu halten, sprich: Verwirrung bei Freund und Feind stiften, alles auf den Kopf zu stellen und dann durch die, die ganze Situation kontrollierende und erst hervorrufende Macht vermeintliche Probleme zu lösen, um sich andere durch diese Darstellung der Übermächtigkeit noch mehr zu unterwerfen und zu manipulieren. Menschen außerhalb des Ordens wird eh kein Wert zugestanden, sie zu belügen, zu betrügen und sonstwas, ist also aus Sicht des Ordens völlig legitim. Und ein anderes Gesetz existiert für die Mitglieder nicht. Durch die Verwendung linker und rechter Werte, der Kombination und dem Einfluß in Wirtschaft, Politik und Religion wird die Idee des Ordens einer „Neuen globalen Weltordnung“ unterstrichen. Diese soll natürlich die Elite, also die S & B, unterstützen. Und nun liebe Leute: Es war gerade George W. Bush, der elf Jahre – auf den Tag genau – vor dem 11.9.2001 öffentlich von einer neuen Weltordnung sprach.

In manchen neueren Büchern, wie eben „Weltmacht USA -in Nachruf“ ist davon die Rede, die USA befänden sich auf einem Kreuzzug, um Demokratie etc. zu verbreiten – offiziell. Inoffiziell schwebe die Panik über der Elite des Landes, weil Amerika in fast jeder Hinsicht vom Rest der Welt abgegrenzt ist, mehr importiert als exportiert und sich so seiner Abhängigkeit von anderen Ländern immer bewußter wird. Klingt logisch, nachvollziehbar – doch wie manchmal versucht wird, diesem Dilemma entgegenzuwirken, läßt doch einige Parallelen zu S &B erkennen. Macht Euch Eure eigenen Gedanken. So einfach, wie es in manchen „braven“ Büchern steht, ist es vielleicht nicht immer. Und selbst wenn: Wer hat denn die richtige Weltordnung erfunden? Und Manipulation kann nie was taugen. Der Zweck heiligt eben doch nicht alle Mittel.

Doch: Vergleiche das eigentliche Ziel der Illuminaten (man sollte sich mal schlau machen): Warum müssen also immer die herhalten??

Joschka, VISA-Card und anderes Zeugs

Einfach so…alois

… da sitzt ma den ganzen Tag rum – oder auch nicht – wurschtelt am Computer – oder auch nicht. Aber egal, was ma macht, es geht einem allerlei Blödsinn und vielleicht auch weniger Blödsinn durch die Gehirnwindungen. So stell ich mir zum Beispiel ab und an Fragen wie: Ist die heutige Popszene nicht die Verkörperung des Grundgesetzes schlechthin? Jeder darf Musik machen, Platten aufnehmen und wird im Radio und Fernsehen gespielt, egal ob er oder sie singen kann oder nicht. Jeder Mensch ist gleich. Stimmt doch, oder?

Oder: Haben wir Menschen heute eine arg zu idealisierte Ansicht über das Perpetuum Mobile als Ergebnis von Ursache und Wirkung? Am besten, ich mach gar nicht (= die Ursache), aber ich krieg/ hab alles ( = Wirkung). Oder Thema Toleranz: Die ist schön und gut, solange sie nur bedeutet, daß ich selbst alles machen, sagen, denken und sonstwas kann, was ich will. Wahre Toleranz heißt, daß jeder alles toleriert, was ich auch toleriere. Alles, was ich sonst nicht versteh, hat nicht toleriert zu werden. Es darf sonstwo existieren, aber nicht in meiner Umgebung – das muß an Toleranz reichen. Und außerdem scheinen neunzig Prozent der Menschheit, wenn nicht mehr, den Status Quo erreicht zu haben. Welchen Status? Den, den ich wie folgt definiere: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

Sei ma doch a mal ehrlich: Es sind nicht nur die Politiker, also die Berufsnichtstuer, die machen, was sie wollen. Und scheiß drauf, ob uns die „Oberen“ der Gesellschaft das vorgemacht haben oder nicht: Wir führen uns alle ständig auf wie der Rotz am Ärmel. Hier und da ein Gezicke vor dem Herrn, über dieses wird gemosert, sich über jenes beklagt – und wirklich wichtige oder gar interessante Gesprächsthemen haben die meisten aus Wissensmangel und chronischem Desinteresse an allem, was nicht „Ich“ heißt leider auch. Punkt Arbeitsmarkt: So Unrecht manche unserer Politiker haben, so sehr haben manche mit einem Satz auch recht: Mit Jammern ist es nicht getan.

Auch nicht damit, die Wirtschaft aus Angst, die letzten Kröten am Ende des Monats auch noch auszugeben, noch mehr in Schwierigkeiten zu bringen. Erstens: Die Situation ist beschissen bis mehr. Gut. Je mehr man sich allerdings reinsteigert und den elenden Sparkurs von oben auch noch mitfährt, umso mehr spielen wir der Verarmung in die Flossen. Oder meint jemand, ein Chef würde neue Arbeitsplätze schaffen, wenn man sich in eben jenem Geschäft nichts mehr kauft, weil man ja für schlechte Zeiten sparen muß? Da fliegen dann doch wohl eher noch mehr Leute, wenn die Umsätze sinken. Ja fein, man kann diese Themen und die eigene Verantwortung, die wir für die Wirtschaft haben, auch gern gegen die Krankenkassen, die seit diesem Jahr wieder sackweise Kohle machen, doch die Beiträge nicht senken, oder jemanden wie die Häupter der Deutschen Bank abwägen, die grad nur Bockmist bauen. Ein Plus ist überirdischer Höhe, aber Leute werden rausgeworfen. Schön, und von ein paar solchen Nasenbohrern wollen wir uns den Spaß am Leben und die Lust am Geld ausgeben versauen lassen? Schlechte Zeiten – gemessen an dem, was wir mal hatten – haben wir schon.

Oder sich die Lust am Leben verderben lassen von einem Bundeskanzler der ruhigen Hand (spinnt man den Gedanken weiter, wundert es nicht, daß er ein Kind adoptieren mußte…)? An dieser Stelle übrigens, Gerdi: Supa gmacht. Ganz klasse. Schon scheiße, wenn sich manche Leute die Werbekarte von damals (siehe Bildchen) doch aufgehoben haben. Ich wüßte da acht gute Gründe, die SPD nicht mehr zu wählen: s-c-h-r-ö-d-e-r. Und dann kommen wir erstmal zu den wirklich wichtigen anderen hundert Punkten. Glaubt Ihr, der gibt endlich Ruhe, wenn wir ihm einen Oscar und das Bundesverdienstkreuz geben? Das hat seit der Möchtgern-Nominierung von Dieter Bohlen eh seinen Glanz gänzlich verloren, also eh wurscht. Politiker sein ist schon eine Krux. Man hat die Chance, in die Geschichtsbücher einzugehen. Oder nur einzugehen.

Sei jedem selbst überlassen, was er oder sie denke, in welche Richtung Schröder tendiert. Aber lassen wir das, irgendwann frißt jeder, der höher kackt, als ihm der Popo hängt, seine eigene Scheiße – und nachdem der gemeine Normal-Bürger weiß, was wirklich wichtig ist im eigenen Leben und dem derjenigen, die einem was bedeuten, kann man das alles abwarten. Weil schlicht und ergreifend unwichtig. Fischer und die Visa-Affäre (O-ton Heinz: Daß den VISA noch nicht verklagt hat…). Ja mei, ist doch schön. So viele Visa, wie der auf dem Buckel hat, kriegt er doch, bevor wir für ihn auch noch Rente zahlen müssen, lebenslangen Aufenthalt in jedem anderen Land dieses Erdballs. Und nachdem Onkel Gerdi Deutschland – natürlich nicht ohne Hilfe anderer – äh – zumindest nicht wirtschaftlich hoch gebracht hat, fallen dem Joschi bestimmt auch viele Gründe ein, dann auszuwandern.

Insofern hat uns Joschka Fischer einen Gefallen getan: Er hat sich mit der VISA-Vergabe bei vielen Menschen so beliebt gemacht, daß sie ihn bestimmt dort später mit Kußhand aufnehmen. Muß man alles von der positiven Seite sehen. Die Ölpreise steigen? Ja freuen wir uns doch, daß wir überhaupt noch etwas von diesem edlem Rohstoff abbekommen haben und die Grünen den wahren Wert dieses Schatzes erkannt haben. Wär der Krempel wertlos, gäbe es nicht noch eine horrende Ökosteuer obendrauf. Ergo – freuen wir uns, daß wir so wiffe Köpfe im Lande haben und als Politiker Unser nennen dürfen. Ihr lacht?! Hey, Ihr seht das alles doch nur von der falschen Seite. Ich für meinen Teil sehe das wie der Psychopath aus „The Cell“: Es ist nicht real *zwitscher*.

Real ist, was man sich selber besorgen kann, was im hohen Alter, wie man seit der Werbung weiß, die langsamste Taube im Park ist. Und oh nein, wir wollen keine Spießer sein. Wir wollen kein Haus, von dem aus man die ganze Stadt sehen kann. Die ganzen Menschen, der ganze Smog und die Taubenscheiße… die verkniffenen Gesichter, das Gehetze auf der Straße, verbissene Autofahrer die sich gegenseitig schneiden und anmaulen, was das Zeug hält. Kiddies, die sich nur saudumm anblaffen – Menschen, die sich aufgrund unterschiedlicher Meinungen, Gesinnungen, Klamotten nicht an einen Tisch setzen können und einfach nur Menschen sein können. Denn einer ist immer besser, immer richtiger als der andere.

Nachdem wir an manchen Dingen im großen Stil nichts allein ändern können, bleibt nur, an sich selbst zu arbeiten, sich nicht fertig machen zu lassen, die Nase oben zu halten, sein Hirn und Herz zu benutzen – und sich in Gottes Namen endlich auf Dinge zu konzentrieren, die einen Kraftaufwand auch wert sind. Ein Zusammenhalten, ein Abend mit coolen Leuten, Offenheit, Gedankenaustausch – und keine Angst vor dem wirtschaftlichen Morgen. Ebenso wenig wie Angst vor dem, was man nicht kennt. Denn was sagt schon das Äußere? Was bringt einem ein punkig angehauchter Rebell, wenn er uns später mit der Ökosteuer und anderem Krimskrams in die Pfanne haut? Was bringt ein demokratischer Präsident, wenn jene Demokratie seine Diktatur für die ganze Welt ist? Was bringt ein Politiker, der an sein Land denkt, wenn er dabei nicht kapiert, daß es mehr gibt, als das, was innerhalb des eigenen Tellerrandes liegt oder dabei über Leichen geht? Was bringen stocksture Verfechter – egal welcher Ideologie – überhaupt, außer Ärger, wenn sie nicht in der Lage sind, sich selbst mal als das gleiche, nutzvolle oder –lose Zahnrädchen in einem Gefüge zu sehen, in dem es schon lange nicht mehr funktioniert, wenn jeder gegen jeden arbeitet, sondern man endlich kapieren muß, daß nur unterschiedliche Meinungen und Ideen einem schlußendlich zu wahren, ehrlichen und ansatzweise umfassenden Lösungen führen können? Das fängt am Kneipentisch an und zieht sich bis zur Globalisierung, die nur eine schlecht getarnte Ein-Mann-Weltmacht darstellen soll.

Nicht wir sind Teile von Meinungen und Taten – sie sind Teil von uns. Wir sind dafür verantwortlich, aber sie sind nicht alles, was jeden einzelnen von uns ausmacht. Wie oft stellt man sich die Frage, was man von Menschen wirklich weiß, die man vollkommen beurteilt? Was weiß die Omi von nebenan über den bösen, schwarzgekleideten Kerle in der Nachbarnwohnung? Was weiß der Lehrer über seinen aufmüpfigen Irokesen-Harrschnitt-Störenfried? Was weiß der Otto-Normal-Verbraucher über die aggressiv anmutende Kutte und die ‚wüsten’ Haare eines Metallers? Was weiß Bush über Bin Laden… okay, falscher Film. Kein gutes Argument. Was wissen wir schon, wie Leute, die sich hinter einem Klischee verstecken, wirklich sind? Nichs. Aber warum zum Geier sind wir alle zu feige, uns auch nur ein wenig damit auseinanderzusetzen? Warum schreien immer die nach Toleranz, die selbst am intolerantesten sind? Weil – wie eingangs erwähnt – doch immer nur an sich selbst gedacht wird und einem alles scheißwurscht ist, solange es einem selbst gut geht und man toleriert und akzeptiert wird? Man muß keine Meinungen tolerieren – aber hinsichtlich der evolutionären Entwicklung sollten wir geistig so weit sein, Menschen tolerieren zu können. Auch Politiker, die viel Mist basteln – irgendwann kriegen die ja auch ein Visa ;o)

Zumindest sollte einem der Versuch zur Kommunikation nicht zu anstrengend sein.

Hugh, ich habe gedacht – wer noch?